PLURI ist ein europäisches Kooperationsprojekt, das sich mit Mehrsprachigkeit in Bildungseinrichtungen und anderen Kontexten beschäftigt, in denen Lernen und Bildung stattfinden. Ausgangspunkt ist die Beobachtung, dass sprachliche Vielfalt alltäglich ist, in institutionellen Bildungszusammenhängen jedoch häufig unsichtbar gemacht, reguliert oder hierarchisiert wird.
Das Projekt versteht Mehrsprachigkeit als soziale Praxis, die mit Machtverhältnissen, institutionellen Routinen und Fragen von Zugehörigkeit verknüpft ist. Anstatt Mehrsprachigkeit zu vereinheitlichen oder zu funktionalisieren, richtet PLURI den Blick auf bestehende Sprachordnungen und darauf, wie sie entstehen, wirken und veränderbar sind. Als theoretischer Bezugsrahmen dient ein kritisch verstandenes Translanguaging, das das gesamte sprachliche Repertoire von Sprecher*innen anerkennt und dominante Einsprachigkeitsnormen hinterfragt.
Im Rahmen des Projekts entstehen ko-kreativ entwickelte Formate, Materialien und Interventionen, die Mehrsprachigkeit im Bildungsalltag sichtbar und verhandelbar machen. Dazu gehören Austausch- und Reflexionsräume, künstlerische und dokumentarische Formate sowie eine Language Station, die gemeinsam mit unterschiedlichen Akteur*innen entwickelt, erprobt und weiterentwickelt wird.
PLURI arbeitet partizipativ mit Lernenden, Pädagog*innen, Familien, Wissenschaft und zivilgesellschaftlichen Akteur*innen. Ziel ist es, Räume für Austausch, Irritation und gemeinsames Lernen zu schaffen und Handlungsspielräume für eine diskriminierungskritische, mehrsprachigkeitssensible Bildungspraxis zu eröffnen.
Laufzeit: März 2025 – Februar 2027
Koordinierende Einrichtung: University of Eastern Finland (FIN)
Partner*innen: Koopkultur e.V. (DEU)
Assoziierte Partner*innen: Endangered Languages Archive (DEU), JoMoni (FIN)